Hi, ich bin Christian, 30, aus Berlin. Hier in diesem Blog zeige ich Bilder. Bilder aus meinem Leben, die mir wichtig sind und die mir gefallen. Ich mag es besonders, wenn Fotos technisch nicht ganz so geleckt perfekt sind. Wichtiger ist für mich, dass sie persönlich sind, ein Gefühl vermitteln oder eine Geschichte erzählen.

Montag, 11. Mai 2009

Licht und so

Ein paar Bilder der letzten Monate...

Lichtenberg



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Donnerstag, 12. März 2009

Kampf gegen die Dunkelheit

Lobpreis 6. Juli 2008

Ja, der Titel ist eindeutig zweideutig. Aber es soll nicht um dunkle Mächte gehen, sondern um die Dunkelheit als Abwesenheit von (genügend) Licht.

Ab und zu fotografiere ich nämlich in der Gemeinde die abendlichen Gottesdienste. Das schöne an einem Gottesdienst, der um 18 Uhr und nicht wie üblich um 10 anfängt, ist ja, dass ich sonntags nicht so früh aufstehen muss. Aber das hat nichts mit dem Licht zu tun. Der Licht-Vorteil des Abendgottesdienstes ist nämlich, dass man in den Räumen mit Scheinwerfern, dezentem Licht und Kerzen eine angenehme Stimmung schaffen kann. Die Leute des Licht- und Deko-Teams kriegen es jedenfalls immer hin, dass der Raum abends sehr "sakral" wirkt, obwohl es bei Tage eigentlich nur ein Fabrikloft ist.

Um die Lichtstimmung richtig zu zeigen, verzichte ich meistens auf den Blitz, auch auf die off-camera Variante. Das ganze Geblitze würde eh nur stören. Was dann noch an Licht da ist, ist leider nicht viel. Daraus ergeben sich zwei Probleme. Das eine wird häufig diskutiert und ist weit bekannt: Film/Sensor mit höherer Empfindlichkeit wird nötig, was zu Körnung/Rauschen führt. Das stört mich aber eigentlich nicht so, weil ich Filmkorn richtig gut finde und bei meiner digitalen Canon sieht ein bestimmtes Maß an Rauschen auch ok aus. Absolut klinisch reine Bilder gefallen mir sowieso nicht. Jeff Ascough, ein genialer Hochzeitsfotograf, sieht das ähnlich. Er sagt dazu in diesem Artikel:

I just like what digital does at really high ISOs. It’s got a real journalistic feel, sort of a 1930’s look in its tonal range. It softens everything up and you get some digital noise that’s really cool.


Das zweite Problem wird meines Erachtens seltener erwähnt: das Fokussieren bei wenig Licht wird schwierig, vor allem mit Autofokus. Mit dem Autofokus der Canon hab ich häufig sehr zu kämpfen, wenn's dunkel ist. Man kann zwar mit AF-Hilfslicht etwas nachhelfen, aber die Methode hat ihre Grenzen. Manuelles Fokussieren ist auch schwierig, weil der Sucher so klein ist und keine vernünftige Fokussierhilfe hat, wie ein Schnittbild oder sowas. Ich sage mir ja sonst immer, dass Licht, Bildkomposition und der richtige Moment und so eigentlich viel wichtigere Faktoren für ein gutes Bild sind als die Kamera (und das ist auch so), aber ein guter Autofokus wär trotzdem nicht schlecht. Wahrscheinlich ist bald doch mal ein Upgrade des Body fällig.

Im Gegensatz dazu hat die Pentacon eine riesige Mattscheibe und man kann auch im Dunkeln halbwegs vernünftig manuell scharfstellen. Aber mit der fotografiert man sowieso ganz anders als mit der Canon...schwer zu vergleichen.

Ok, nach dem ganzen technischen Blabla, hier ein paar Bilder. Analog (Kodak Portra 400 und 800 in der Pentacon Six) und digital (Canon 350D mit ISO 1600).

Mehr Bilder von mir und den anderen Fotobegeisterten der JKB gibt's jetzt auch auf unseren Fotoseiten.


Holy Communion

Holy Communion

Conversation with God

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Das folgende digital fotografierte Bild hab ich nach Schwarz-Weiß konvertiert und zwar so, dass es ein bisschen nach hochempfindlichen körnigem Schwarz-Weiß Film aussieht. Unter dem konvertierten ist das zugehörige Farboriginal zum Vergleich.

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Bible study

Dienstag, 10. Februar 2009

Portraits von Eva

Eva smiling

Schauspielerin ist ein harter Job. Um eine solche zu werden, muss man es erstmal an eine Schule schaffen. Dort wartet aber eine fiese ablehnende Jury auf die Bewerber, ungefähr so fies wie Dieter Bohlen...vielleicht sogar noch fieser.

Wenn man dann fertig mit der Ausbildung ist, wird's nochmal hart. Man muss erstmal eine Rolle kriegen. Naja, Eva will's trotzdem machen und hat jetzt ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie ist über eine Freundin auf mich aufmerksam geworden und hat mich gefragt, ob ich Portraits von ihr fotografiere, mit denen sie sich bewerben kann. Na und wenn ich schonmal die Möglichkeit habe, mit einem Profi zu arbeiten, dann sage ich nicht nein. Das Shooting lief dann auch echt professionell und hat richtig Spaß gemacht.

Eva

Eva

Eva

Ein paar technische Notizen: Draußen war es zu kalt, deswegen musste es drinnen stattfinden. Ich hab diesmal aber keinen Blitz verwendet, sondern nur Tageslicht in der Nähe von Fenstern. Bei einigen Bildern hab ich zur besseren Kontrolle über das Licht einen Reflektor benutzt, den ich mir vor kurzem zugelegt habe. Meine Überlegung dabei war, dass mit dem Tageslicht eine viel natürlichere Stimmung herrscht, als wenn es ständig blitzen würde. Denn Schauspielerfotos sollen möglichst natürliche Portraits sein und das fängt ja beim Licht an.

Die meiste Zeit hab ich übrigens digital fotografiert. Aber so ein paar Polaroids hier und da hab ich mir nicht nehmen lassen, obwohl die wahrscheinlich für eine Schauspielbewerbung nicht so geeignet sind.

Polaroid of Eva looking punk

Eva on the window

Dienstag, 30. Dezember 2008

Insel-Hopping

Dieses Jahr war ich über Weihnachten zuerst auf Hiddensee und dann auf Usedom. Um von Hiddensee nach Usedom zu kommen, musste ich über Rügen fahren, also drei Inseln in einer Tour. Das ganze Programm. So viel mehr Inseln gibt's glaub ich an der deutschen Ostseeküste gar nicht, oder?

Naja, es war jedenfalls sehr schön, am Strand zu wandern. Allerdings nicht nur schön, sondern auch dringend nötig, um die ganzen Gänsekeulen und Frischlingslenden wenigstens teilweise wieder abzutrainieren, die ich über die Festtage in mich hineingeschoben habe.

Meine "neue" Polaroidkamera hatte ich natürlich mit in den Urlaub genommen. Hier ein paar Bilder, angefangen mit Familienportraits von Mutti+Papa+Schwester.

My mother

Father

Sister

Die folgenden beiden Bilder sind auf Rügen entstanden, das erste am Straßenrand und das zweite während ich am Hafen auf die Fähre gewartet habe. Es war eine wunderbare Stimmung. Ganz leise, fast menschenleer und eisig kalte Luft an einem der äußersten Zipfel des Landes.

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Und wie angekündigt: Spaziergänge am Meer. Was ist das eigentlich für eine gruselige Polaroid-Struktur auf dem ersten Bild, die von unten in das Bild hineingefressen kommt?

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So und zum Abschluss dieses Posts und dieses Jahres möchte ich noch Max zitieren mit seinem Silvestergruß:
"Trefflichen Gleit ins neue Jahr."

In diesem Sinne,

Euer Christian.

Samstag, 20. Dezember 2008

Polaroid SX-70

Ich setze auf eine sterbende Technik und habe mir bei ebay eine Polaroid SX-70 ersteigert. Sie ist heute angekommen und ich war so aufgeregt wie ein kleines Mädchen vor einem Tokio-Hotel-Konzert. Die Verkäuferin hat nämlich nicht sehr viel über den Zustand der Kamera geschrieben, so dass ich ein ziemliches Risiko eingegangen bin. Andererseits kann man für 8 Euro auch nicht viel falsch machen.

Um die Spannung zu nehmen: Ich hatte Glück, sie funktioniert sehr gut und ich bin fröhlich! Die SX-70 ist ein Stück Kamerageschichte aus den 70ern. Sie sieht toll aus, auch wenn das Kunstleder an meinem Modell schon einige kaputte Stellen hat. Man kann die Belederung selbst erneuern. Vielleicht mach ich das ja mal irgendwann.

Die SX-70 ist eine Spiegelreflexkamera für Polaroidfilm. Ursprünglich war sie für Time Zero Film gemacht. Den gibt's aber schon seit einigen Jahren nicht mehr im Handel, nur auf ebay ab und zu für irrsinnige Preise. Aber man kann auch Polaroid 600 Film benutzen, wenn man einige einfache Modifikationen vornimmt, wie in diesem sehr guten Artikel auf dem moominstuff Blog erläutert. Dummerweise wird 600er Film auch nicht mehr hergestellt, aber man kann ihn zumindest noch zu halbwegs humanen Preisen bekommen. Polaroid Film war schon immer recht teuer, nicht erst seitdem die Produktion eingestellt wurde.

Was so innerhalb der Kamera alles passiert, sieht man in folgendem old-school Werbefilm zur SX-70 bei ca. 2min. Besonders ästhetisch finde ich die Szene, wo die Entwicklerflüssigkeit über das Bild gerollt wird. Schon ziemlich abgefahrene Chemie dieser Polaroidfilm.



Ok, was ist jetzt so besonders an der SX-70, außer dass sie cool aussieht? Es gibt schließlich tausende billige Polaroidkameras, die ohne Modifikationen 600er Film verarbeiten. Das schöne an der SX-70 ist, dass sie keinen Autofokus hat, sondern, dass man manuell fokussieren kann und zwar runter bis 26cm. Dadurch ergeben sich wunderbar weiche Bilder mit geringer Schärfentiefe. Und das mag ich ja so. Hier zwei Bilder mit der SX-70 von heute morgen.

First SX-70 shots

MC / FW

Hach diese Farben!!!

Die geringe Schärfentiefe liegt an mehreren Faktoren. Einerseits ist das "Negativ" viel größer als bei Kleinbild-, Mittelformat-, geschweige denn bei Digitalkameras. Außerdem hat die SX-70 ein Objektiv mit langer Brennweite von 116mm und man kann auf sehr kurze Entfernungen fokussieren.

Es gibt auf flickr einen Fotografen, der viele seiner Portraits mit einer ähnlichen Polaroidkamera macht, Lou O'Bedlam. Diese Portraits gefallen mir nicht nur weil es hübsche Frauen sind, sondern auch weil er so nah rangeht an die Gesichter und dadurch sehr intime Portraits entstehen.

Diese soften Bilder bekommt man mit gewöhnlichen 600er Polaroidkameras nicht hin. Außerdem haben die meistens einen nicht abschaltbaren Blitz, so dass eh alles nach Party-Schnappschuss aussieht. Hier ein Bild, was ich mit einer von diesen Polaroid 600 Kameras gemacht habe:

DJ Jule on Polaroid

Auch nicht verkehrt, aber mit der SX-70 hat man mehr Möglichkeiten.

Also zu meiner Sammlung skurriler Kameras gehört neben der chinesischen Spielzeugkamera, der DDR-Mittelformatkamera Pentacon Six nun auch eine aufklappbare Polaroid SLR aus den 70ern, für die es bald keinen Film mehr gibt.